Die jüngste Polizeiliche Kriminalstatistik des Bundes sendet auf den ersten Blick positive Signale: Die Gesamtzahl der registrierten Straftaten ist 2025 gegenüber dem Vorjahr leicht zurückgegangen.
Wer jedoch genauer hinschaut, erkennt eine Entwicklung, die Anlass zur Sorge gibt. Während Vermögensdelikte zurückgehen, steigen schwere Gewaltstraftaten und Tötungsdelikte weiter an. Auch Fachleute weisen darauf hin, dass insbesondere schwere Gewalttaten das Sicherheitsgefühl der Bevölkerung nachhaltig beeinflussen.
Für den Verein piusicur ist diese Entwicklung ein Warnsignal.
Sicherheit darf nicht nur statistisch betrachtet werden
Eine Gesellschaft wird nicht allein anhand der Gesamtzahl registrierter Straftaten beurteilt. Entscheidend ist auch, welche Delikte zunehmen und welche Auswirkungen sie auf das tägliche Leben der Menschen haben.
Wenn schwere Gewaltverbrechen häufiger werden, betrifft dies nicht nur die direkten Opfer. Solche Ereignisse prägen das Sicherheitsgefühl einer ganzen Gesellschaft. Sie beeinflussen, wie Menschen ihren Alltag gestalten, welche Orte sie aufsuchen und ob sie sich im öffentlichen Raum frei bewegen.
Eine sichere Schweiz bedeutet deshalb mehr als sinkende Kriminalitätszahlen. Sie bedeutet, dass Menschen ohne Angst am gesellschaftlichen Leben teilnehmen können.
Gewaltprävention muss wieder stärker in den Fokus rücken
Die aktuelle Entwicklung zeigt, dass Prävention weiterhin eine zentrale Aufgabe bleibt.
Gewalt entsteht selten spontan. Häufig gibt es frühe Warnsignale, problematische Entwicklungen oder bekannte Risikofaktoren. Präventionsarbeit in Schulen, Vereinen, Familien und Gemeinden bleibt deshalb eine der wirksamsten Investitionen in die Sicherheit unserer Gesellschaft.
Gleichzeitig braucht es Behörden und Sicherheitsorganisationen, die ausreichend Ressourcen erhalten, um auf neue Herausforderungen reagieren zu können.
Sicherheit ist eine gemeinsame Verantwortung
Der Staat trägt die Hauptverantwortung für die Sicherheit der Bevölkerung. Gleichzeitig kann Sicherheit nicht ausschliesslich delegiert werden.
Eine funktionierende Sicherheitskultur lebt auch von Aufmerksamkeit, Zivilcourage und Eigenverantwortung. Menschen, die Risiken erkennen, sich gegenseitig unterstützen und bei problematischen Entwicklungen nicht wegschauen, leisten einen wichtigen Beitrag für das Gemeinwohl.
Die Schweiz soll sicher bleiben
Die Schweiz gehört weiterhin zu den sichersten Ländern der Welt. Gerade deshalb dürfen negative Entwicklungen nicht relativiert oder ignoriert werden.
piusicur setzt sich dafür ein, dass Gewaltprävention, Opferschutz und persönliche Sicherheit den Stellenwert erhalten, den sie verdienen. Nicht aus Angst vor der Zukunft, sondern aus Verantwortung gegenüber unserer Gesellschaft.
Denn eine freie Gesellschaft braucht nicht weniger Sicherheit – sie braucht die Sicherheit, die Freiheit überhaupt erst ermöglicht.